Windkraft - Kapelle für Neue Musik

Das Lied von der Erde

Dirigent: Kasper de Roo
Sopran: Elisabeth de Roo
Alt: Anna-Lucia Nardi
Tenor: Jon Jurgens
Flöte: Michael Cede
Eintritt: € 9
1/3
Gustav Mahler
Das Lied von der Erde
Alt: Anna-Lucia Nardi
Tenor: Jon Jurgens

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zur Oper Fidelio

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Flöte und Orchester in D-dur KV 314 
2. Satz Andante ma non troppo
Flöte: Michael Cede

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzertarie KV 368 "Ma che vi fece ... Spera vicino“
Sopran: Elisabeth de Roo




Windkraft, die Kapelle für Neue Musik ist in seiner Art einzigartig. Es ist ein Orchester aus Holz- und Blechbläsern, das sich auf Zeitgenössische Musik spezialisiert, und diese Konzentration verleiht dem Ensemble eine besondere Stellung. Seine Gründung verdankt Windkraft einer besonderen Fügung im Jahr 1999: Kasper de Roo, ein Spezialist für Neue Musik, damals Musikdirektor am Tiroler Landestheater, und „Klangspuren“-Gründer Thomas Larcher wollten ein Tiroler Ensemble für Neue Musik ins Leben rufen und fanden dazu in Tirol eine lokale Besonderheit: Es gibt in Tirol gefühlt mehr Blaskapellen als Gemeinden und damit ein reiches Reservoir an hervorragenden Talenten. Aus diesem Reservoir schöpft Windkraft, hier sind Spitzenmusiker und -musikerinnen, Mitglieder führender Orchester und bekannter Ensembles am Werk - gepaart mit dem Elan junger Musiker, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen. Dank dieser Fokussierung auf zeitgenössische Musik hat Windkraft in den 25 Jahren ein originelles und außergewöhnliches Repertoire geschaffen. Die Auswahl reicht von Louis Andriessen bis Alexander Wustin, dazwischen liegt mit Birtwistle, Eötvös, Haas, Kancheli, Larcher, Ligeti, Mitterer, Staud, Rihm, Ustwolskaja u.a. viel Prominenz. Über 100 Kompositionen hat die „Kapelle für neue Musik“ in diesen 25 Jahren zur Uraufführung gebracht, darunter zahlreiche Werke heimischer Komponistinnen und Komponisten, was die Bedeutung von „Windkraft“ für deren Schaffen unterstreicht. Mit dem Preis für „Zeitgenössische Musik“ des Landes Tirol 2017 wurde dieses großartige Engagement auch gewürdigt. Die Kritik bescheinigt Windkraft phänomenale technische und klangliche Qualität wie auch Werkverständnis - und damit die Fähigkeiten, die Musik unserer Zeit zum Leuchten zu bringen. Dass Sofia Gubaidulina, eine der bedeutendsten Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, eines ihrer Werke dieser „Kapelle“ zur Uraufführung anvertraut, die Probenarbeiten eine ganze Woche begleitete und von der Aufführung begeistert war, zeugt von der Wertschätzung für dieses Ensemble, das längst auch international gefragt ist. 2014 etwa war Windkraft „Ensemble in Residence“ beim „Beijing International Composition Workshop“; mit dem WDR hat Windkraft in Köln „Violent Incidents“ von Johannes Maria Staud eingespielt, das auch im Muziekgebouw Amsterdam präsentiert wurde. Großen Eindruck bei der Kritik hinterließ die Einspielung von Harrison Birtwistles „Panic“ beim Label Metronome: „enorme Ausdruckskraft“ lobt das BBC Musikmagazin, und Sinfini Music sprach gar von „Vintage Birtwistle“. Im Jubiläumsjahr 2024 wird Windkraft Kompositionen von Manuela Kerer, Petra Stump, Ivana Radovanovic, Joanna Bailie, Eduard Demetz und Christian Spitzenstätter zur Uraufführung bringen. Beim Festival „listening closely“, ebenfalls von Thomas Larcher geleitet, wird Windkraft eine wichtige Rolle spielen. Von Manuela Kerer wird das Musik-Theater Projekt „BÄNG!“ nach dem Buch „Ich und der Anfang der Welt“ von Philip Bunting uraufgeführt. Für einen ungewohnten Akzent wird Windkraft beim Jubiläumskonzert am 18. Oktober 2024 sorgen. Gemeinsam mit den Wiltener Sängerknaben werden sie Anton Bruckners „Messe in e-moll“ aufführen, zusammen mit einer neuen Komposition von Eduard Demetz für Chor und Bläserensemble. Wenige Tage davor wird von Windkraft mit Frank Zappas „The Yellow Shark“ das Festival zeitgenössischer Musik 2024 in Bozen eröffnet. „Ein super Projekt“, freut sich der künstlerische Leiter von Windkraft, Kasper de Roo! Christoph Rohrbacher.

Kasper de Roo studierte Dirigieren und Fagott am Königlichen Konservatorium seiner Heimatstadt Den Haag und am Sweelinck Konservatorium Amsterdam. Konzerte und Aufnahmen leitete er unter anderem mit dem Philharmonischen Orchester Rotterdam, Residentie Orkest Den Haag, Staatsorchester Stuttgart, RSO Stuttgart, Orquesta Sinfónica Nacional Buenos Aires, NDR Symphonieorchester, Bruckner Orchester Linz, Beethovenorchester Bonn, Amsterdams Philharmonisch Orkest, Noord Nederlands Orkest Groningen, Koninklijke Vlaamse Philharmonie Antwerpen, BBC Scottish Symphony Orchestra, National Symphony Orchestra Dublin, Orchestre Colonne Paris oder die National Philharmonie Warschau. Opernaufführungen und Produktionen leitete Kasper de Roo an der Staatsoper Stuttgart, Deutsche Oper Berlin, Nederlandse Opera Amsterdam, Theatre Royal de la Monnaie Bruxelles/Brussel, Megaron Athen, am Tiroler Landestheater, Landestheater Linz und bei der Nationale Reisopera Enschede. Kasper de Roo trat als Gastdirigent bei vielen renommierten internationalen Festivals auf: Holland Festival, Wiener Festwochen, Steirischer Herbst, Bregenzer Frühling, Gulbenkian Festival Lissabon, Wien Modern und beim Edinburgh Festival. Er war von 1982 – 1988 als Kapellmeister der Stuttgarter Staatsoper tätig und von 1988 – 1990 als musikalischer Leiter des Nederlands Danstheater Den Haag. Von 1992 - 1997 war Kasper de Roo Musikdirektor der Stadt Innsbruck, Chefdirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck und musikalischer Leiter des Tiroler Landestheaters. Schwerpunkte des Repertoires bildeten ein Strawinsky-Zyklus, eine Schostakowitsch-Reihe und Werke der klassischen Moderne. Nachdem er seit 1988 als Gastdirigent regelmässig mit dem National Symphony Orchestra Dublin in Irland aufgetreten war, wurde er 1994 zum Chefdirigenten ernannt. Mit diesem Orchester unternahm er Konzerttourneen nach Großbrittanien, Deutschland, Österreich und zum Concertgebouw Amsterdam. Seit 1988 arbeitete Kasper de Roo regelmäßig mit dem Ensemble Modern Frankfurt zusammen. Gemeinsame Auftritte u.a bei Festivals in Wien, Frankfurt, Paris, Lissabon, Köln, Saarbrücken, Hamburg und Rom. Zudem pflegte er seit 2008 eine intensive Zusammenarbeit mit der Internationale Ensemble Modern Akademie Frankfurt (IEMA) mit Kursen in Athen, Paxos, Peking, Hong Kong und Schwaz. Bei dem aus der IEMA hervorgegangenen Ensembles in Griechenland (Ergon Ensemble Athen) und China (Ensemble ConTempo Beijing) war er Mitbegründer und Dirigent der Gründungskonzerte. In Zusammenarbeit mit dem Festival Klangspuren war Kasper de Roo in 1999 Mitbegründer des Tiroler Ensembles Windkraft - Kapelle für Neue Musik. In diesem Ensemble vereinen sich Tiroler Musiker die Mitglieder in den führenden Orchestern Europas sind. Hinzu kommen junge Musiker, die zumeist am Tiroler Landeskonservatorium und am Konservatorium „Claudio Monterverdi“ Bozen/Bolzano studieren. Neben zahlreichen Auftritten beim Festival Klangspuren Schwaz und beim Festival für zeitgenössiche Musik Bozen, trat Kasper de Roo mit Windkraft Tirol auch auf bei Festivals im Muziekgebouw Amsterdam, Basel, Riga, Vilnius und in der Reihe EnsembleEuropa vom WDR- Köln. In Juli 2014 war Kasper de Roo mit Windkraft als Ensemble in Residence zu Gast bei dem Beijing International Composition Workshop in Peking und in 2015 fand ein Konzert im Wiener Konzerthaus in der Reihe Nouvelles Aventures statt, mit Werken von u.a. Staud, Haas, Varèse und Xenakis. Im Rahmen der Wiener Festwochen fand beim Musikfest 2019 im Wiener Konzerthaus eine weitere Aufführung von Sofia Gubaidulnias „Stunde der Seele“ statt. Dieses Werk hatte Windkraft in Anwesenheit von Sofia Gubaidulina beim Festival Klangspuren zur Uraufführung gebracht. Beim Osterfestival Hall in Tirol, leitete Kasper de Roo mit Windkraft u.a. Aufführungen von Georg Friedrich Haas „In Vain“ und Messiaens „et exspecto ressurectionem mortuorum“. Weitere Aufnahme- und Konzertaktivitäten mit zeitgenössischer Musik als Gastdirigent mit der MusikFabrik Köln, Basel Sinfonietta, Oslo Sinfonietta, dem Residentie Orkest Den Haag, Noord Nederlands Orkest Groningen, SWR Radiosinfonieorchester Stuttgart, Radiosinfonieorchester Saarbrücken, Dresdner Philharmonie, Cabrillo Music Festival Orchestra, Ensemble Resonanz Hamburg, Remix Ensemble Porto, Ergon Ensemble Athen, Ensemble ConTempo Beijing, Collegium Novum Zürich und dem Ensemble Die Reihe Wien. CD Aunahmen erschienen bei Sony, Wergo, Kairos, WDR, HR, ORF, Marco Polo, NEOS, RTE und Auvidis Montaigne.