Sinfonietta da Camera Salzburg

feat. Nina Proll

Dirigent: Peter Wesenauer 
Eintritt: € 9
1/3
JAWOHL MEINE HERRN!
Ein Abend mit Musik aus den UFA-Filmen der 20er., 30er-und 40er Jahre.
Das berühmte Berliner Hotel Adlon mischt kräftig mit, beim Tanz auf dem Vulkan, der Anfang der 20er Jahre in Berlin beginnt. Überall werden moderne Tänze wie der Charleston oder der Paso Doble getanzt. Im Adlon gibt es Wettbewerbe: Wer hat die schnellsten Beine. Es ist die große Zeit der Ballhäuser, der Revuen, des Jazz, der Nachtclubs und der Varietés, die sich mit Sensationen gegenseitig überbieten. Im Adlon spielt zu jener Zeit der jüdische Geiger Marek Weber, der einen unverwechselbaren Sound der Unterhaltungsmusik kreiert, wie damals kaum ein anderer, täglich mit seinem Orchester zum Tanz. Einige Jahre zuvor, in den letzten Zügen des verloren gehenden 1. Weltkriegs, wird durch die oberste Heeresleitung 1917, auf Befehl von General Ludendorff die Universum Film Aktiengesellschaft (UFA), als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegründet, und um auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar zu machen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurden statt Propagandafilme nun aufwändige Unterhaltungsfilme wie Dr. Mabuse, Die Nibelungen, Faust und Metropolis gedreht. Waren es in den ersten 10 Jahren der UFA noch Filme ohne Ton, so wurde 1929 mit Melodie des Herzens der erste UFA-Tonfilm produziert. Schauspielerinnen und Schauspieler wie Marlene Dietrich, Hans Albers, Zarah Leander, Heinz Rühmann, Lilian Harvey, Marika Rökk oder Renate Müller; Komponisten und Texter wie Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Bruno Balz, Theo Mackeben oder Michael Jary, wurden von der UFA zu Stars gemacht. Die Schauspielerin und Sängerin Nina Proll und der Dirigent Peter WesenAuer bringen in ihrem neuen Programm, Jawohl meine Herrn!, gemeinsam mit der Sinfonietta da Camera Salzburg, Musik aus den Anfängen des Österreichisch-Deutschen Tonfilms und schildern, wie unterschiedlich die einzelnen Stars mit ihrer Instrumentalisierung durch das Regime umgegangen, beziehungsweise ihre Leben verlaufen sind.

Dirigent und Arrangements: Peter WesenAuer
Gesang und Moderation: Nina Proll
Buch: Nina Proll & Peter WesenAuer
Orchester: Sinfonietta da Camera Salzburg

1. Akt

Musik: Ralph Erwin
Ins blaue Leben

Musik & Text: Friedrich Hollaender
Nimm dich in Acht vor blonden Frauen!

Musik & Text: Friedrich Hollaender
Wenn ich mir was wünschen dürfte

Musik: Werner Richard Heymann/Text: Robert Gilbert
Ein Freund, ein guter Freund

Musik: Werner Richard Heymann/Text: Robert Gilbert
Das gibts nur einmal

Musik: Werner Richard Heymann/Text: Robert Gilbert
Irgendwo auf der Welt

Musik: Werner Richard Heymann/Text: Robert Gilbert
Eine Nacht in Monte Carlo

Musik: Hans Sommer/Text: Richard Busch
Jawohl, meine Herr´n

Musik: Lothar Brühne/Text: Bruno Balz
Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen

Musik & Text: Friedrich Hollaender
Ich weiß nicht zu wem ich gehöre

Musik: Peter Kreuder/Text: Hans Fritz Beckmann
Good bye, Johnny

Musik: Peter Kreuder/Text: Hans Fritz Beckmann
Ich brauche keine Millionen

2. Akt

Musik: Franz Grothe
Einen Walzer für dich und mich

Musik & Text: Ralph Benatzky
Yes Sir

Musik: Lothar Brühne/Text: Bruno Balz
Der Wind hat mir ein Lied erzählt

Musik: Lothar Brühne/Text: Bruno Balz
Kann denn Liebe Sünde sein

Musik: Theo Mackeben/Text: Hans Fritz Beckmann
Nur nicht aus Liebe weinen

Musik: Werner Eisbrenner/Text: Helmut Käutner
Beim ersten mal da tut´s noch weh

Musik: Michael Jary/Text: Bruno Balz
Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh´n

Musik: Theo Mackeben/Text: Michael Freytag
Und über uns der Himmel

Musik: Michael Jary/Text: Bruno Balz
Davon geht die Welt nicht unter




Seit der Gründung im Jahr 2002 hat sich die Sinfonietta da Camera Salzburg zu einem der profiliertesten Ensembles Österreichs entwickelt. ​ "Brilliant", "mitreißende Umsetzung der Musik", stilgerechte Aufführungspraxis", "ein Orchester auf spannenden Wegen", sind nur einige Stichworte der Presse. Dabei begeistern die engagierten Musiker vor allem durch ihre Leidenschaft und die stilistisch überzeugenden Interpretationen. ​ Gastspiele führen die Sinfonietta da Camera Salzburg duch ganz Europa, Asien und die Arabischen Emirate und zu etablierten Musikfestivals wie die "Salzburger Festspiele". Darüber hinaus war und ist das Ensemble von 2006 bis 2012 Orchestra in residence beim "Salzkammergut Mozartfestival" und seit 2013 beim Festival "Sound of Hallstatt". ​ Renomierte Solisten wie Rebecca Nelsen, Nemeti Gergely, Klara Kolonits, Peggy Steiner, Pablo Cameselle, Falco Hönisch, Daniela Köhler, Erin McMahon, Ulf Dirk Mädler Bernhard Berchthold, Katharina Gudmundsson, Adele Neuhauser, Nina Proll, Einar Gudmundsson, Elisabeth Möst, Christian Dolezal, Zoltan Mácsai, Peter Rohrsdorfer, Andreas Jankowisch und andere arbeiten regelmäßig mit dem Orchester zusammen. ​ Neben einer regen Konzerttätigkeit ist die Sinfonietta da Camera immer wieder an Musiktheaterproduktionen aller Epoch im In - und Ausland beteiligt.

Nina Proll wuchs in Haugschlag im Waldviertel nahe der tschechischen Grenze auf, besuchte zunächst das Gymnasium Waidhofen und kam im Alter von 13 Jahren nach Wien. Im Alter von 16 Jahren besuchte sie erstmals einen Schauspielkurs und nahm Tanz- und Gesangsstunden. Nach der Matura am katholischen Mädchengymnasium Sacré Cœur besuchte sie ein Jahr die „Theater an der Wien Studios“ der Vereinigten Bühnen Wien und wechselte danach für zwei Jahre an die „Performing Arts Studios Vienna“, die sie 1996 absolvierte. Bereits während ihrer Ausbildung an den Performing Arts Studios Vienna war sie in Klagenfurt (Jesus Christ Superstar, 1994) und Amstetten (Sweet Charity, 1995) in professionellen Musical Produktionen engagiert. Erst später wandte sie sich dem Film zu. 1999 feierte sie als Hauptdarstellerin in Barbara Alberts Spielfilmdebüt Nordrand (1999) ihren ersten großen Filmerfolg. Die Rolle brachte ihr mehrere Auszeichnungen, darunter den Marcello-Mastroianni-Preis bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig als beste Nachwuchsschauspielerin und jene als Shooting Star des europäischen Films ein. 2002 spielte sie in der ersten österreichisch-chinesischen Filmkoproduktion Am anderen Ende der Brücke die Hauptrolle. 2016 war sie in der Rolle der Pascal in der Jugendbuchverfilmung Die Mitte der Welt von Jakob M. Erwa zu sehen. Auf ihrer CD 12 Lieder, nicht die schlechtesten covert Nina Proll deutschsprachige Hits unter anderem von Hildegard Knef, Wir sind Helden, Münchener Freiheit und Falco. 2006 war sie mit ihrer neuen CD Nina Proll live auf Österreich-Tournee. Bei der 3. Staffel der österreichischen Dancing Stars war Nina Proll mit dabei, beginnend am 9. März 2007, sie schied mit ihrem Partner Balázs Ekker in Runde 7 aus. Am 13. Oktober 2020 wurde sie als Geistergräfin bei The Masked Singer Austria demaskiert und belegte den dritten Platz. 2016 hatte Proll im Disney-Pixar-Film Findet Dorie eine kurze Sprechrolle als Muschel „Pearlina“. Mit dem Film Anna Fucking Molnar, in dem sie auch die Titelrolle Anna spielt, gab sie ihr Debüt als Drehbuchautorin.

Peter WesenAuer studierte Komposition bei Boguslav Schäffer und Ennio Morricone und Dirigieren bei Michael Gielen, Salvatore Mas Conte und Hans Graf. Seit 1996 ist Peter WesenAuer als freischaffender Dirigent und Komponist tätig und erhielt im selben Jahr den Landeskulturpreis Oberösterreich für sein Musiktheater Schwarzes Gold. Seit dieser Zeit ist er regelmäßig als Gastdirigent bei zahlreichen renomierten Orchestern und Theatern im In- und Ausland tätig. Darunter: Kammerakademie Neuss, Orchestre National de France, Sinfonieorchester Wuppertal, WDR Funkhausorchester Köln, Niederbayrische Philharmonie, Philharmonie Luxemburg, Georgisches Kammerorchester Ingolstadt, Neue Streicher Wien, Philharmonie Bad Reichenhall, Salzburg Orchestersolisten, Kammerorchester St. Petersburg, Wiener Kammerorchester, Orchestra of the Royal Academy of Music Manchester, Signum Saxophonquartett, Niederbayrisches Landestheater, Schauspielhaus Salzburg, Kammeroper Wien uvm. 2003 debütierte er im Großen Festspielhaus Salzburg und 2004 im Wiener Konzerthaus. 2007 wurde er als Dirigent des Europäischen Opernprojekts St. Kilda der BBC-London verpflichtet. Seit 2002 ist Peter WesenAuer Chefdirigent der Sinfonietta da Camera Salzburg, mit der er 2011 bei den Salzburger Festspielen debütierte. Inzwischen wird das innovative, für seine kreative Programmgestaltung ebenso wie für seine aussergewöhnliche Klangkultur gelobte Ensemble von Publikum und Presse gefeiert. Zahlreiche Konzertreisen führten Peter WesenAuer nach Frankreich, Polen, Russland, Italien, Deutschland, Tschechien, die Arabischen Emirate, China und Japan. Neben seiner Arbeit bei der Sinfonietta da Camera Salzburg und verschiedenen Gastdirigaten war WesenAuer von 2006 bis 2012 Musikdirektor des Salzkammergut Mozartfestivals. Von 2012 bis 2020 war er künstlerischer Leiter des Burghauser Kammerorchesters und in den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 Generalmusikdirektor am Theater des sorbischen Nationalensembles Bautzen. Seit 2013 hat er die Position des Intendanten des Festivals "Sound of Hallstatt" inne.