Die Idee

 

Was wollen die Innsbrucker Promenadenkonzerte ?

Alois Schöpf, künstlerischer Leiter

Viele bedeutende Komponisten kommen aus Österreich. Dabei haben Mozart, Haydn und Schubert nicht nur große Symphonien, sondern auch Unterhaltungsmusik geschrieben. Die Zahl der Märsche, Menuette und Deutschen Tänze, die schließlich zum Walzer hinführten, sind unendlich.

 Der weltweite Erfolg der Firma „Strauß“ ist daher nicht nur auf Geschäftstüchtigkeit zurück zu führen, sondern auch darauf, dass die österreichische Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts nahtlos auf den ästhetischen Errungenschaften der ernsten Musik und den Werken der großen Komponisten der Klassik und Romantik aufbauen konnte.

Dies gilt auch für die Militär- und Blasmusik der Habsburger-Monarchie. Ihre Aufgabe war es, beginnend bei den Harmoniemusiken der Klassik über die Türkischen Bandas bis hin zu den Militärorchestern und Trachtenmusikkapellen, die Werke der hohen Kunst durch Transkriptionen dem so genannten gemeinen Volk und den Dörfern und Städten des ganzen Staates als verbindende emotionale Kraft zugänglich zu machen.

 Es ist selbstverständlich, dass viele ehrgeizige Kapellmeister diesem Repertoire, wie sie es aus den Metropolen Wien, Prag  und Budapest kennen lernten, Eigenes hinzufügten, das sich an den strengen Formen der klassischen Vorbilder orientierte. Das Ergebnis dieses musikalischen Aufbruchs, der vor allem beim Walzertanzen mit der Entdeckung der eigenen Körperlichkeit und des eigenen Lebensgenusses durch das Bürgertum einherging, ist die weltbekannte Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, die aus dem kleinen Österreich, das von der Monarchie noch übrig blieb, auch heute noch eine musikalische Großmacht und aus dem jährlichen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker einen Welterfolg macht.

Damit diese Literatur, die sich beim Publikum noch immer außerordentlicher Beliebtheit erfreut, niemals in Vergessenheit gerät, immer neu entdeckt und vor allem von den heimischen, der kommerziellen Trivialmusik oft hilflos ausgelieferten Musikkapellen wieder vermehrt gespielt wird, wurden die Innsbrucker Promenadenkonzerte gegründet. Ihr Erfolg beim Publikum ist nach wie vor ungebrochen.

Die sommerlichen Konzerte lassen alljährlich eine Zeit aufleben, in der es, zumindest musikalisch, noch keinen Unterschied zwischen E und U, Hochkultur und Populärkultur, Oberschicht und Unterschicht gab.

 Um nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, dass wir im Heute leben, und um den Bogen zur Vergangenheit noch hörbarer zu spannen, enthalten viele Konzertprogramme ein markantes Werk der Moderne, das als Kontrapunkt zu den beseligenden Harmonien des 19. Jahrhunderts die Komplexität und den künstlerischen Reichtum der Gegenwart in Erinnerung zu rufen hat, von der aus wir uns nostalgisch zurück wenden.



 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innsbrucker Promenadenkonzerte
Alois Schöpf, künstlerischer Leiter

15th Innsbruck Promenade Concerts
TRADITIONAL AUSTRIAN MUSIC

THE IDEA

Many important composers came from Austria. However, Mozart, Haydn and Schubert did not only write
magnificent symphonies but also light music. Countless marches, minuets, and German Dances
eventually evolved into the Viennese Waltz.

Thus, the global success of the Strauß dynasty is not just a result of business skills but also reflects the fact that Austrian light music in the 19th century could build on the aesthetic achievements and the oeuvre of great composers of the classical and romantic periods.

The same is true for the military music of the Habsburg monarchy. From the early Harmoniemusik of the classical period to the “Türkische Bandas” and eventually military or local marching bands, the task was to present pieces of serious music to the so-called common people in villages and towns throughout the realm, thus forging a unifying emotional bond.

Understandably, many ambitious conductors were adding their own creations to this repertoire which they had come to know in cultural centres like Vienna, Prague, and Budapest. These creations were still modelled on the rigorous structures of the classical period. The result of this musical innovation was the world-famous Austrian light music of the 19th century. It developed hand in hand with the middle classes’ newly discovered delight in physical activities and general joie de vivre, both finding their perfect expression in waltzing. It is this tradition that has made Austria a ‘great power’ in music, a status preserved even after the Habsburg monarchy had broken up. Every year, the musicians of the Viennese Philharmonic Orchestra score a global success with their New Year’s Concert.

The Innsbrucker Promenadenkonzerte were initiated to keep alive this kind of music which is, after all, as popular as ever. They should also encourage new discoveries, and they want to make sure that this type of music is played more frequently by local marching bands, who all too often are at the mercy of trivial commercial music. The concerts enjoy unbroken success with the general audience. Every summer, they take us back to a time in which, musically speaking, there was no difference between serious and light, highbrow and lowbrow, or indeed higher and lower social strata.

In order not to forget the present, and in order to stress the link to the past even more strongly, many concerts will feature a piece representative of modernity. Intended as a counterpoint to the elating harmonies of the 19th century, it should testify to the artistic wealth and complexity of the present era from which we look back nostalgically.